Wer von all den ultramodernen, superstylishen Einrichtungsformen aus schwarz, weiß, Chrom und Glas die Nase voll hat und sich stattdessen nach ein wenig Gemütlichkeit und Entspannung sehnt, der sollte sich mal mit Shabby – Chic Möbeln auseinandersetzten.

Dieser ursprünglich aus England stammende Stil wird seit einigen Jahrzehnten vor allem in den USA kultiviert und ist mittlerweile auch in Deutschland ein Renner. Shabby meint schäbig und akzentuiert damit bestimmte, verbraucht wirkende Materialien und Formen. Ziel ist es, die Einrichtung durch den gezielten Einsatz von rauhen Oberflächen, floralen Mustern oder Pastellfarben funktional und einladend zu gestalten. Ein Möbelstück im Shabby – Stil ist immer ein bißchen abgenutzt, wenn auch künstlich, doch das spielt keine Rolle: Alte Möbel, die an Landhaus und dessen Funktionalität erinnern, sind auf Flohmärkten schon seit Jahren kaum noch zu haben und wer stattdessen in ein Fachgeschäft geht, macht nichts falsch. Dort nämlich finden sich all die Elemente, die zum Shabby gehören und oft genug kann man dort auch noch ein bißchen verbrauchtes Interieur aus alten Zeiten erwerben. Neu angestrichen ist das dann genau dem Stil entsprechend und wirkt wie ehrliches Leben! Eine Einrichtung im Shabby – Stil ist ungemein lebendig, aufrichtig und stets auch dem praktischen Dasein angemessen.

Farblich setzt man dabei auf matte Töne, gerade Pastell ist sehr beliebt. Knallige und grelle Farben sind unbedingt zu vermeiden, es sei denn zur Betonung eines Kontrastes. Allerdings sollte dieser nur im Ansatz vorkommen, etwa bei der gezielten Setzung von Punkten oder Streifen. Farben wie ein helles Türkis, natürlich Himmelblau, gelb und lila, aber genauso grau, rosa und beige passen hervorragend zu dieser Form der Einrichtung. Die Acessoires sollten in Silber oder Zink, Kupfer und Gold gehalten sein und dürfen gern schon starke Spuren des Gebrauchs aufweisen. Der Kristalllüster ist ebenso willkommen.

Beim Material kommt es auf Natürlichkeit an: Altes, Gebrauchtes ist genau richtig, glatte, polierte Oberflächen passen weniger. Gekalktes Holz oder auch schon ein bißchen rissiges Leder sind hingegen eine gute Wahl. Und selbstverständlich sollten auch Papier, Seide, Strickwaren und Spitze nicht fehlen – es kommt dabei freilich immer auf den persönlichen Geschmack an!

Passende Muster sind floral, Ranken und Blüten gerade auch auf der Tapete oder dem Sofabezug sind ebenfalls typisch Shabby.